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Chefköchin Sterelle Félix-Théodose: Alles braucht seine Zeit

b-klefisch
26. Juli
3 Min. Lesezeit

Chefköchin Sterelle in ihrem Bio-Garten im „Le Potager des Mornes. Die Köchin bereitet in einem Koko Nèg, einem traditionellen Kochgefäß auf Martinique, ihre Gerichte zu. Foto: (c) cultinari.com
Chefköchin Sterelle in ihrem Bio-Garten im „Le Potager des Mornes. Die Köchin bereitet in einem Koko Nèg, einem traditionellen Kochgefäß auf Martinique, ihre Gerichte zu. Foto: (c) cultinari.com

Die Küche Martiniques verbindet eine Kochkunst verschiedener Kulturen. Vor allem die junge Generation der Gastronomen besinnen sich inzwischen wieder auf die Wurzeln der kreolischen Küche. Eine von ihnen: Sterelle in ihrem „Le Potager des Mornes“.


Der kleine Ort Saint-Joseph liegt etwa zehn Kilometer nördlich der Inselhauptstadt Fort-de-France. Eingebettet in eine grüne hügelige Landschaft, liegt das „Le Potager des Mornes“. Vor über vierzig Jahren kam die Deutsche Ursula Ilka an diesen Ort. Gemeinsam mit ihrem martinikanischen Ehemann Claude folgten sie ihrem Traum von einem Bio-Bauernhof im vom Regenwald geprägten Gebiet. Zunächst wurden Blumen auf dem sechs Hektar großen Gelände angepflanzt. Später folgte der Anbau von Obst und Gemüse.


Eine Rückbesinnung auf die Kochkunst

Im Jahr 2025 entdeckte Sterelle Félix-Théodose dieses kleine Paradies. Bis dahin hatte sie im Marketing gearbeitet. Später fuhr sie auf Kreuzfahrten um die Welt. Dort sammelte sie praktische Kocherfahrungen. Nach einem Burnout entschied die 33-Jährige, sich ganz dem Kochen zu widmen. Von ihrer Großmutter lernte sie früh die Rezepte der kreolischen Küche kennen. Schon als Kind hatte sie zu Hause immer wieder für die Familie gekocht.


Während das Rauschen des nahegelegenen Flusses die maximal zwanzig Gäste in eine glückliche Stimmung versetzt, bereitet die 33-Jährige in dem „Koko Nèg“ die Speisen auf einer offenen Flamme zu. Der Koko Nèg ist ein handgefertigter Tontopf. Das traditionelle Kochgefäß wird vor allem für ein schonendes und langsames Garen von Schmorgerichten genutzt.


Vom Acker auf den Teller

Die Zubereitung für ein Dinner beginnt bereits in den Morgenstunden. Bis zu sieben Stunden kann es dauern, bis alle Gänge butterzart mit feinen Aromen fertig sind. Fast alle Zutaten kommen aus dem Bio-Garten. Was nicht vorhanden ist, wird von umliegenden Bio-Bauernhöfen dazu gekauft. „Ich liebe es, so zu kochen“, klingt es überzeugend von Sterelle. „Das ist mein Leben. Ich nehme die Zeit, die die Dinge brauchen, um auf dem Punkt fertig zu sein. Alles braucht seine Zeit.“ 


Wie den meisten der jungen Köchen auf Martinique, ist es auch Sterelle Félix-Théodose wichtig, auf traditionelle kreolische Aromen zurückzugreifen. Die Gerichte zeichnen sich durch eine Mischung der verschiedenen Kulturen aus. Die Ureinwohner haben die Jamwurzel entdeckt. Die Arawak- und Kalinago-Indianer wussten einen Weg, um den Pflanzen das Gift zu entziehen. Die Südamerikaner brachten die Süßkartoffel mit. Die kulinarischen Einflüsse aus Afrika, Indien, Spanien oder Portugal fließen in die Gerichte ein, aber vor allem die Franzosen brachten die feine französische Küche nach Martinique.


Ein geschmackvolles Naturerlebnis

Das „Le Potager des Mornes“ ist ein selbstversorgender Biohof. In der Küche gibt es keinen Strom. Dort wo Strom benötigt wird, sorgen Sonnenkollektoren für Energie. Der Naturgarten liefert die Zutaten. Was nicht verwendet wird, wird recycelt. So ist das Kulinarik-Konzept von Chefköchin Sterelle weniger Restaurant, sondern vielmehr ein idyllisches Naturerlebnis, umgeben von einer tropischen Vegetation. Aber vor allem ist es ein kulinarisches Refugium, das erdet.

Das "Le Potager des Mornes" von Sterelle ist ein ein kulinarisches Naturerlebnis. Video: (c) cultinari.com


Info-Kasten:

Wer das „Le Potager des Mornes“ für einen Lunch oder ein Dinner besuchen möchte, kann bei Instagram unter dem Namen cheffe.sterelle anfragen. Bis zu zwanzig Gäste finden in dem offenen Restaurant mit der offenen Küche Platz. Das Diner „Caribian Cuisine“ kostet 100 Euro. Es beinhaltet fünf Gänge, inklusive Getränke. Es beginnt um 17 Uhr und endet meistens nicht vor Mitternacht.

 
 
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